ist über diesen Punkt Viel gesprochen und geschrieben worden, aber alle diese Bemühungen haben zu keinem befriedigenden Resultate ge­führt, sondern wir tappen in Rücksicht dieser wichtigen Frage fort- während im Dunkeln. Bei den meisten Fiebern ist die Lebensthätig­keit des Herzens und der Gesäße wenigstens extensiv erhöht. Diese Erscheinung könnte man festhalten und die Krankheiten, bei denen dieses nicht der Fall wäre, von der Klaffe der Fieber ausschließen; allein dies würde doch sehr unrecht sein, wenn sie sich durch andere Zeichen als Fieber zu erkennen geben.

Die Krankheitserscheinungen, welche zur Erkenntniß der fieber­haften Krankheiten führen, sind folgende:

1) Verletzung der Temperatur des Körpers und zunächst seiner Oberfläche. Die meisten Fieber fangen mit Frost an, viele mit Frösteln. Die Haut zieht sich fühl- und sichtbar zusammen; dies ist die soge­nannte Gänsehaut. Der Frost ist seinem Grade nach verschieden und steigt vorn Frösteln bis zum Starrfroste. Bei vieles Fiebern tritt der Frost nur einmal, im Anfange derselben, auf, bei vielen kehrt er wieder. Als Beispiele der ersteren dienen die anhaltenden und nach­lassenden, als Beispiele der letzteren die Wechsel- oder im gemeinen s Leben sogenannten kalte» Fieber, da man im Gegensatz die ersteren gewöhnlich hitzige benennt. Doch gibt es auch anhaltende und nach­lassende Fieber, bei denen der Frost wiederkehrt, z. B. bei Schnupfen- uud Nervensieberu. Dieser Frost ist nicht nur für das Gefühl des Kranken ein Frost, sondern auch für die Hand des Arztes und für i das Thermometer bemerkbar; doch ist der Frost oft nur in der Ein­bildung des Kranken vorhanden und beruht auf dem verletzten Gemein- gesühl desselben. Nach dem Froste folgt die Hitze. Zuerst tritt eine mäßige Wärme ein und steigt nach und nach bis zur höchsten Hitze, und blecht als Symptom für die ganze Dauer der Krankheit bemerk­bar, sowohl für den Kranken, als für unsere Hand und das Thermometer.

ES gibt eine Hitze, welche die Aerzte die beißende, fressende Hitze nennen und diese der entzündlichen entgegensetzen. Die erstere soll bei längerer Berührung des Kranken in der Hand deS Unter­suchenden das Gefühl von Beißen und Brennen erregen, welches auch noch zurückbleibt, nachdem man die Hand von dem Kranken zurückzog, da im Gegentheil bei der letztere« die Hitze bei längerer Berührung abnimmt. Sie gebe« die erstere dem Nervensieber und besosders dem Fanlsieber zum Symptome; die letztere soll das Eudzündiiche charak- terisire«. In der ganzen Sache ist Wahrheit, aber die Behauptung, daß man die beißende Hitze blos dem Faulfieber zueignet, ist ohne Grund, denn es gibt Wechselfieber und Lungenentzündungen, wo die Hitze sehr beißend ist, und doch ist an kern Faulsicber zu denken. Auf jeden Fall ist die beißende Hitze ein sehr lästiges und Gefahr dro­hendes Zeichen.