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Erleuchtung sende über dein armes Haupt, auf daß Du wissen mögest, was Recht, was Unrecht ist. Gott mit Dir, mein Sohn, gehe gehe!"

Mein Vater," hauchte Pedro,Gnade!"

Der Priester schwieg.

Wankend erhob sich Pedro von den Knien. Da blieb er mit einem Wappenknopse seines Livreerockes an dem Schnitzwerk des Beicht­stuhles hängen er riß sich, unbekümmert, daß der Knopf abgesprengt zu Boden stet, heftig los und stürzte taumelnd, mit keuchender Brust, aus dem Gotteshause.

Bald nach ihm trat auch der Priester aus dem Beichtstühle, sein Auge siel auf den kleinen glänzenden Gegenstand auf dem Steinboden und, einem unwillkürlichen Drange folgend, hob er denselben aus. Sein Blick traf das Wappen, welches den Knopf zierte. Es schien, als würde sein Antlitz noch bleicher bestürzt eilte er einer lichteren Stelle der Kirche zu und brachte seinen Fund dort neuerdings vor sein Auge.

Ein Ausruf des Entsetzens entrang sich seiner Brust.

Allmächtiger," hauchte er,dies Wappen!"

Er machte eine Bewegung, als wolle er dem alten Manne Nach­eilen, als er jedoch sah, daß derselbe die Kirche bereits verlassen hatte, schritt er taumelnd, einem Trunkenen gleich, dem Altäre zu, an dessen Stufen er sich zur Erde warf.

Ju ana benützte diesen Augenblick, ihrem Verstecke zu entschlüpfen. Hastig, jedoch so leise, daß sie des im Sinnen oder Gebet verlorenen Priesters Aufmerksamkeit nicht erwecke, eilte sie dem Ausgange der Kirche zu. Pedro's Weigerung, ihren Namen zu nennen oder den Priester von der Bewahrung des Beichtgeheimnisses zu entbinden, hatte ihr allen Muth wiedergegeben.

An der Kirchenpsorte that stie ihren raschen Schritten Einhalt und wendete sich nochmals um.

Bei der Madonna," sagte sie leise, die Hand wie zum Schwure erhebend,wehe dem alten Verräther, ich werde wissen, ihn zu strafen, aber wehe auch Dir, Priester, wenn Du es wagen solltest, das Ge- heimniß des Beichtstuhls zu brechen!"

Ende des ersten Bandes,