I.

Projekte.

Ä^ährend an jenem Abende unsere zwei jungen Leutchen den Weg von l a H a ch o r e nach St. Sylvan zurück legten, wandelten Vater Noirel und Franz Paty unter den Kastanienbäumen auf der Terrasse des Pfarrhauses. Der Küster war trübsinnig; der Priester blickte mit reli­giösem Entzücken zum Himmel empor, und sah die Sonne hinter den Abendwolken verglimmen, welche den Mauern einer in Flammen stehenden Stadt glichen.

»Seht, wie herrlich ist doch Gott!« rief er auf ein­mal voll frommer Begeisterung und zeigte auf das pracht­volle Schauspiel, das sich eben in dem Thale, in den Wäldern und auf den Hügeln darbot, die in einem Licht­meer glänzten von Purpurstreifen und goldenen Strahlen durchwoben.

Der Küster schüttelte den Kopf wie ein Mensch, der an dem Lichtspiel einer untergehenden Sonne wenig Gefallen findet.

»Was fehlt Euch, mein lieber Noirel? Ihr seyd traurig,« sagte Franz Paty, der endlich auf die dü­stere Miene seines schweigsamen Begleiters ein Augen­merk richtete.

Noirel war auch in derThat traurig. Claud ehatte seinem Vater, wie man zu sagen pflegt: den Zwirn zu drehen gegeben, und dieser Zwirn war eben nicht von feiner Seide. Der Küster verhehlte sich's nicht, daß nur eine Heirat zwischen Katharina II. 1