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Du magst Recht haben, Vinzenz, es fällt mir auch eben ein, daß es der vielen Gold- und Silber­sachen wegen, welche sich in meinem Schlafzimmer befinden, besser ist, wenn ich dort schlafe. Du wür­dest also besser mit mir zu Bette gehen.

Nicht in demselben Zimmer, antwortete Vinzenz; das wäre gegen den Respekt; aber der vielen Gold- und Silbersachen wegen, die ich in Ihrem Schlaf­zimmer nicht vermuthete, will ich im Vorzimmer blei­ben, wenn Sie es durchaus befehlen.

Ich befehle es durchaus, antwortete Richard, etwas beleidigt. Wenn Papa nicht da ist, bin ich der Schloßherr.

III.

Eine Schreckensnacht. Ein lebendiges Handtuch. Zwei glü­hende Funken. Zwei nächtliche Reisende. Ernüchterung.

Unter allerlei Vorwänden hatte Richard von Rolla es dahin gebracht, daß nicht allein der Kutscher Vinzenz im Vorzimmer auf zwei aneinandergerückten Sesselstühlen sein Lager aufschlug, sondern er hatte auch den großen, von der Jagd und dem Unwetter noch über und über schmutzigen Klaubart mit in sein Schlafkabinet genommen. Sich vollständig auszuzie­hen, wagte er nicht; man konnte ja nicht wissen, was während der Nacht vorging und ob es nicht nöthig wurde, daß er gestiefelt und bekleidet aufspringen