53

gnügen. Du wirst schon sehen, ich bringe dir nach Mitternacht den leibhaftigen Spuk selber; eine Kette stecke ich in meine Tasche und führe dir ihn dann in die Küche.

Bei Leibe nicht, entgegnete Agnes; ich mag mit Spuk und Geistern nichts zu thun haben; bleiben Sie mir also damit vom Leibe, wenn wir gut Freund, wenn wir überhaupt aufdem Schlosse zusammen bleiben sollen.

Richard ließ es nicht dabei bewenden, der Agnes allein seine kühne Mission mitzutheilen; ein jeder, der etwa noch einen Zweifel in seinen Muth setzen konnte, mußte es erfahren und dazu die Betheuernng hören, daß er den grausigen Spuk an einer Kette auf den Kirchhof führen und dort an einem Kreuze anbinden wolle. Kein Wunder also, daß man am heutigen Tage nichts anderes sprach, als von der bevorstehen­den Geisterbeschwörung.

Die eine Hälfte der Schloßbewohner sah der Nacht mit Schrecken, die andere mit heimlicher Scha­denfreude und unterdrücktem Lachen entgegen.

V.

Die Entlarvung eines Geistes.

Am Abende finden wir den alten und den jun­gen Baron im Speisesaale beisammen. Herr von Rolla hatte den Tag über mit keinem Worte der Vorfälle der vergangenen Nacht erwähnt, auch sich den Anschein gegeben, als habe er von Richards Prah-