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Paulus erkannte jetzt, daß er sich in einer verzweifelten Lage befand, aber er wollte sich nicht gutwillig ergeben, sondern suchte nach einem Auswege. Bald überzeugte er sich indessen, daß er weder auf einen benachbarten Baum klettern, noch hinab- springen konnte, ohne von ihnen ergriffen zu werden.
Vielleicht haben die Kerle gar nicht geladen, dachte er; sie wollen mich nur in Angst jagen. Da aber pfiff eine Kugel an seinem Ohr vorbei und der Gensdarm versicherte, daß eine-zweite sofort folgen würde.
Da war freilich kein anderer Ausweg, als Ergebung auf Gnade und Ungnade. Mancher gesalzene Fluch ging ihm über die Lippen, ehe er unten ankam, aber das half ihm jetzt verzweifelt wenig; kanm hatte er den Fußboden erreicht, so wurde er ergriffen, niedergeworfen und unbarmherzig geschlagen.
Zähneknirschend ertrug er's/ denn er war allein gegen viele, und die Püffe, welche er im Anfänge austheilte, erhielt er in zehnfachem Maße zurück.
Geliehen ist nicht geschenkt! sprach er; wartet nur -ein Weilchen; bald zahlen wir's euch heim. Fiir jeden Schlag, den ich jetzt empfange, gebe ich ein Dutzend zurück. Die Reihe wird bald an uns kommen, eure Tage sind gezählt.
Möglich, entgegnete der Gensdarm, aber du wirst davon nichts sehen, denn noch heute Nacht wirst du an irgend einen Eichbaum gehenkt.
Diese Prophezeiung wollte dem guten Paulus,
