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zurücklegen, ehe mau im Muldenthale ein Paar hübsche Plätzchen findet; und auch diese sind nur beim Rosinenhäuschen oder meiner Anstalt und beim Churprinz, einer dem Staate gehörigen bedeutenden Grube.
Um der Bequemlichkeit der Freiberger unter die Arme zu greifen, hatte ich einen leichten Wagen angeschafft, in welchem sechs bis acht Personen Platz hatten, und welche mein starker Pole, wenn er bei guter Laune war, ohne große Anstrengung nach der Anstalt zog. Man zahlte dafür eine Kleinigkeit, und viele, deren Pedal etwas desect war, oder die zu bequem waren um die Stunde Wegs zu Fuße zurückzulegen, benutzten meinen Wagen, dem man nicht übel den Titel „Wasserpoft" beigelegt hatte. Dieses Communicationsmittel zwischen der Anstalt und der Stadt versprach nützlich zu werden, wenn nur einmal die Anstalt fertig und recht stark bevölkert wäre.
Ich zweifelte nichtan der Bevölkerung der Anstalt, da schon im ersten Jahre, ehe das Vorhandensein derselben bekannt geworden, Viele wieder umkehrten, weil sie keinen paffenden Platz fanden. — Man wollte sich hier nicht schmiegen, wie in Grä- fenberg. — Ich hoffte durch mein Buch Kranke genug herbeizu- rusen und die glücklichen Resultate der Euren des ersten Jahres versprachen ebenfalls zu Verbreitung meines Rufes beizutragen.—Alles war wohl überlegt, wohl berechnet und vorbereitet, es fehlte, wie schon oft gesagt, nur noch das Geld!
Außer dem eben mitgetheilten Projecte hatte ich auch damals schon ein Auge auf das recht hübsch gebauteRosinenhäus- chen, dessen Lage und Aussicht allerliebst sind, geworfen; allein aus dem oben erwähnten Grunde konnte ich vor der Hand nicht ernstlich an dessen Acquisition denken, auf die ich jedoch im nächsten Jahre zurück kam.
Nach erhaltenem Urlaube reiste ich in den ersten Tagen des
