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Oktobers nach Gräfenberg ab. Ich nahm meinen Weg dieses Mal über Dresden, Görlitz, Bunzlau, Neichenbach, Franken­stein und Patzschkau. In Dresden hatte ich die Ehre, Seiner königlichen Hoheit, dem Prinzen Johann vorgestellt zu werden, welcher sich, wie es schien, nicht ohne Theilnahme nach unseren hydriatischen Angelegenheiten erkundigte und einen Plan meines Actienunternehmens an sich nahm, um nach dessen Durchlesen einen Entschluß zu fassen, ob und wie weit er sich dabei bethei­ligen werde. Die Freundlichkeit und Theilnahme des Fürsten gab mir frohen Muth zum Anfänge, und voller Hoffnung fuhr ich meinem geliebten Gräfenberg entgegen.

Ich fuhr Tag und Nacht, um schnell hinzukommen. In Frankenstein nahm ich einen einspännigen Planwagen, den ich mit Stroh auölegen ließ, streckte mich bei meiner großen Mü­digkeit auf dieses und gelangte so an einem schönen Herbstabende über die österreichische Grenze. Die seit meiner letzten Anwesen­heit im PatzschkauerZollamte vorgefallenen Veränderungen habe ich bereits erzählt. An dem österreichischen Grenzamte fragte mich der Einnehmer, als er meinen Paß ansah, ob ich der Sohn des Herrn Munde sei, welcher das Buch über Gräfenberg herausgegeben. Als ich diese für mein Aussehen schmeichelhafte Frage der Wahrheit gemäß beantwortet hatte, freute sich der Herr Einnehmer sehr, meine Bekanntschaft zu machen, sagte mir allerhand Schönes über meine Schrift, bedauerte aber, vier Exemplare der letzteren, die sich in meinem Koffer befanden, als verborene Waare nicht passiven lassen zu können. Ich gab dem Kutscher Auftrag, sie auf dem Rückwege mit nach Frankenstein zu nehmen und sie an sich zu behalten. Im Jahre 1840 erst habe ich sie mir bei demselben abgehvlt und sie Freund Hennings in Neiße, oder vielmehr seiner Frankensteiner Commandite, zum Verkaufe übergeben.