Das Frühaufsteher! gewährt große Vortheile und manmch- faltige Freuden. Von erstem ist sicher jeder meiner freund­lichen Leser (und glücklich wäre ich, wenn ich auch meiner lieben Leserinnen hinzusetzen dürfte), überzeugt. Von letz­tem hoffe ich, sollen sie es auch bald werden, wenn sie an­ders nicht schon aus eigener Erfahrung es sind. Wer hatte wohl nicht, wenn der Drang der Geschäfte oder eine andere Veranlassung ihn einmal nöthigten, früher als gewöhnlich aufzustehen, so wohl sich befunden? wem hatte da nicht zu­gleich die vorige Gleichgiltigkeit wehe gethan, mit der er so viele schätzbare Zeit früherhin unbenutzt konnte vorbeistreichen lassen? und mit welchem Gefühl sah er auf die herab, wel­che erst, nachdem er bereits ein tüchtiges Stück Arbeit voll­bracht, das Lager mit noch schlaftrunkenen Augen verließen? Gewiß mit dem Gefühl eines Siegers!

Ich würde kaum etwas über den Nutzen des Früh- aufstehens sogen, wenn nicht gerade darin für den Großtheil die stärkste Anregung zum Frühausstehen läge und die öftere Beherzigung dieses großen Nutzens die beste Aufmunterung bliebe, dem einmal gefaßten löblichen Vorsatze getreu zu bleiben, bis Gewöhnung und das aus Ueberwindung der Schwierigkeiten entsprießende Vergnügen jeden Rückfall in die alte üble Gewohnheit unmöglich machen.

Den Kreis meiner Leser finde ich, so ich nicht irre, in Jünglingen, die mit dem feurigen Entschluß, viel zu wirken, Vielrn zu nützen, sich jegliche Vollkommenheit anzueigneri, ins Leben treten; in zarten Jungfrauen, die mit liebendem Herzen in dem kleinen Kreise, der sie umgiebt, Wohlsein, Zufriedenheit und Glück zu verbreiten bemüht sein werden; in Geschäftsmann«!!, welche, die hohen Zeitanforderungen wohl erkennend, gern ein Mittel ergreifen, das sie mit heiterer Thatigkeit und größerm Nachdruck ihren Beruf zu erfüllen, brsahigt. Vielleicht nimmt auch eine sorgsame Hausfrau diese