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gegründet und hundert Jahre später bereits zu einer furchterweckenden Macht im Norden herangewachsen. 70 Städte gehörten dazu. Die Könige Skandi­naviens beugten sich vor ihnen. Von Island bis Nowgorod am Jlmensee, von Bergen bis London und Brügge dehnten sich ihre Comptoire und Handelsfaktoreien aus. An der Spitze dieses mäch­tigen Seestädte-Bundes stand als Vorort Lübeck, welches noch heute mit Hamburg und Bremen den letzten Rest der alten Hansestaatenherrlichkeit darstellt.

Als die Hohenstaufen zu Grunde gegangen und ihre stolzen Weltbeherrschungspläne gescheitert waren, da konnte sich in dem gränzenlosen Elend des Interregnums (derkaiserlosen, der schrecklichen Zeit") unser Volk nur an diesem Doppelgestirn, an dem Glanze des deutschen Ordens und an der gediegenen Kraft der deutschen Hansa, ermuthigen und zu neuem Ringen begeistern.

Mit der Kaiserhoheit war es freilich für im­mer vorbei. Da suchten die Bürger und die wehr­haften Edelleute der deutschen Nation sich einen eigenen Weg zur Erhebung des vaterländischen Namens aus seinem tiefen Verfall. So lange sie zusammenstanden, war die Nuhmesbahn gesichert und ihrer Siege zu Land und See kein Ende.

Aber die Menschen kennen nun einmal kein richtiges Maaß. Auf die Blüthe folgt im ewigen ehernen Kreislauf das Welken und Vergehn. Ge-

jt».