V
.*?
(Im Gerichtszimmer befinden sich: Der Polizei-Anwalt, zwei Beisitzer und ein Gerichtsdiener. Vor den Schranken steht: Die unverehelichte Auguste Strichmeyer und deren Geliebter Louis Schneppenthal.)
Richter. Angeklagte.' Ihr vollständiger Name?
Guste. Amalie, Katharine, Elise, Auguste.
Richter. Nun, und Ihr Zuname?
- Guste. Aber ich bitte Ihnen, Herr Justiz, vierNäme — wollen Sie da noch einen zu haben?
Richter. Ich meine Ihren Vatersnamen.
Guste. Ach so! — Strichmeyer.
Richter. Wovon leben Sie?
Guste. Das ist sehr verschieden, Herr Justiz. — Heute Austern und Champagner, morgen blos Beefsteak und ein Seidel zu, und übermorgen kein Seidel und gar Nischt zu; — das kommt daraus an, wer-
Richter. Das will ich nicht wissen; — ich meine wovon Sie existiren?
Guste. Ich bin Künstlerin — ich singe in die Cafe changants, und Louis begleitet mir auf's Clavigo vierhändig; — blos wenn er nicbt da ist, lasse ich mir von einem Andern begleiten.
Richter. Sie sind in der Nacht vom 10. zum 11. Juni vom Schutzmann Kühl gefunden worden, als er im Thiergarten die Aufsicht hatte.

