Lob ergoß. Ist man an der Ringmauer des Fried­hofes in der Runde herumgewandelt, und kommt man wieder an das steinerne Thor, durch welches man eingetrcten ist, so sieht man in gerader Rich­tung vor sich ein hölzernes rothes Kreuz im Schat­ten zweyer Linden; darneben einen viclbetrctenen Fußweg, welcher sich in einer dem Orte entgegen­gesetzten Richtung aus dem tiefen Thal heranfwin- det. Von diesem Standpunkte ans siebt man zwi­schen zwey hoben Bergen eine lange Reihe niedlicher freundlicher Häuschen die versteckt in diesem liebli­chen Tbale, dem auf der Post-Straße Reisenden nicht sichtbar sind.

In diesem Orte wurde ich zur Welt geboren, darum ist er mir auch kn der ganzen weiten Erden- Runde der tbeuerste, und ich wiederbohie von gan­zer Seele, was Wieland in seinem Oberon sagt:

Du kleiner Orr, wo ich das erste Licht gesogen,

Den ersten Schmerz, die erste Lust empfand;

Sei immerhin unscheinbar, unbekannt,

Mein Herz bleibt ewig doch vor Allem dir gewogen, u. s. w.

Schon in den frühesten Kinderjabren, war mir der Orts-Pfarrer stets ein Gegenstand der innig­sten Verehrung, und alles, ivas ich von ihm sab und hörte,, war geeignet, mich in dieser Gesinnung zu bestärken. Sein würdevolles Benehmen bey allen seinen geistlichen Verrichtungen, besonders am Al­täre, wo er mir oft verklärt zu seyn schien; die Hochachtung, die ihm von Jedermann, besonders von meinen Eltern, erwiesen wurde; die Bereitwil­ligkeit, die sich auf jedem Angesicht zeigte, seinen