Sprichworts geworden: daß jeder, der ein böses Gewissen habe, erzittern müsse, wenn der Pfarrer feinen Zeigefinger drohend erhob. Derlei strafende Ermahnungen, welche Törvk mit einer ganz eigenen Bewegung seines Zeigefingers begleitete, wußte er so vorsichtig vorzubringen, daß ein Fremder, der etwa eben zufällig der Predigt beiwohnte, durchaus keine Anzüglichkeiten bemerkte; seine Pfarrkinder aber, besonders die Schuldigen, verstanden ihn wohl, und fühlten sich tief in ihren Herzen erschüt­tert. Es läßt sich denken, welch einen wohlthätigen Einfluß auf die Sittlichkeit der Pfarrgemeinde diese Predigten haben mußten. Jedermann war auf das eifrigste befliesscn, den Beifall des Pfarrers zu ver­dienen, und nichts fürchtete man mehr als seinen Tadel. Die älteren Leute zu Thundolskirchen wer­den sich gewiß noch mancher Thatsachen erinnern, die sowohl der Pfarrgemeinde, als ihrem Seelsor­ger zur großen Ehre gereichen; und die großten- theils in der-mit Liebe gepaarten Furcht gegen den Pfarrer ihren Grund hatten. Unter vielen mir be­kannten Vorgängen, will ich hier nur eines einzigen erwähnen: An einem Sonntage wollte Török so eben sein Mittagmal beginnen, als zu ihm ein Rei­sender eintrat, und meldete, daß er auf dem Wege zwischen Thundolskirchen und Purbach eine Tobacks- pfeife von Meerschaum, reich mit Silber beschlagen, verloren habe. Török tröstete ihn mit der Hoffnung, daß er seine Pfeife gewiß wieder bekommen werde, wenn solche Jemand vom Orte gefunden haben sollte; zugleich nöthr'gte er ihn, an dem bereits auf-