Mondnacht.
Wie saß ich oft im dunklen Zimmer Mit dir im stillen lieben Kreis;
Wir schauten nach dem Sterngeflimmer Und flüsterten und lachten leis.
Des Mondes Licht war unsre Kerze,
Das floß zum Fenster weiß herein;
Da zog beim Plaudern, zog beim Scherze Wehmüthig Freuen in mich ein.
Ich sah dich an, — dein hold Gesichte Das war so ernst, das war so mild, Berklärt vom bleichen Mondenlichte, — Ein marmorschönes Geisterbild.
Ich dachte: sagen's doch die Lieder: Wann uns des Tages Drang gekränkt, Steigt mit der Nacht ein Engel nieder, Der unser Herz mit Balsam tränkt.

