Oer Line.
Wo wäre wohl ein Herz ohn' ein Verlangen, Und wo ein Aug', in dein in schweren Stunden Nicht heiße, bittre Thränen möchten hangen?
Wo eine Brust, die nicht in tiefem Kummer Emporgesenfzt schon, weil sie Rath nicht wußte; Wer kennte nicht die Nächte ohne Schlummer?
Im Weh geboren sein, im Weh zu enden Ist unser Loos; ich sag' es gleichen Muthes; Vergebens wehrst du dich es abzuwenden!
Doch der ist glücklich, der mit allen Plagen Zu Jenem treten mag, zu jenem Einen Und gläubig sprechen: Hilf, o hilf mir tragen!
Denn der in Liebe hat auf sich geladen
Die Schuld der Welt, von der die Welt erlegen,
Der weiß auch deiner kleinen Last zu rathen.

