Abendwunsch.

Die Nacht ist still; nur leise rauschen Die Blätter sich ein dumpfes Lied;

Es beugt das Gras sich wie zum Lauschen, Wenn kühl der Nachthauch drüber zieht.

Die lauten Menschenstimmen schweigen,

Die Vöglein ruhn im Blätterzelt,

Derweil die Engel niedersteigen Mit Thau zu tränken Flur und Feld.

Noch wandelt in des Abends Kühle Der Herr durch seiner Schöpfung Pracht, Nimmt von der Flur die bange Schwüle Und nimmt sie von den Herzen sacht.

O nimm sie auch von meinem Herzen,

Das rastlos pocht und heiß erglüht,

Und mache frei von ird'schen Schmerzen Dies ungeduldige Gemüth.

Haideröschcn. 7