( 8 )

Vater als das Bild eines Mannes, der nur mit dieser Handlungsweise die Ehre und das Beste einer Familie bauen kann. Susanna, gewöhnt an unverstellte Offen­heit, hatte bei der Reinheit ihres Gefühls kein Geheimniß für die guten Eltern. Frei und hell lag ihr Inneres mit seinen Gedanken, Neigungen und Empfindungen, einem Gemälde gleich, vor den Blicken ih­rer Mutter. Hatte sie doch auch nichts zu verschweigen, daher war ihr das böse Spiel der Verstellung völlig fremd. Die treueste, herzlichste Lheilnehmerin, ja, die Schöpferin ihrer Freuden und Vergnügun­gen, war die Mutter. Von ihr lernte sie's, in dem ruhigen Schatten stiller Häus­lichkeit Unterhaltung und Zerstreuung fin­den, die man sonst nur in großen, ge­räuschvollen Gesellschaften sucht. Die Lust an sinnlicher Abwechselung, die den Geist leer läßt und das Herz für das rein- mensckliche Frommleben verstimmt, hatte sie noch nicht entzündet. Die Kunst der Eitelkeit, die nur mit blendendem Flitter-