(

74 )

Ec reichte seiner Tochter einen Brief hin, den ihm der Bote gab, und sprach dabei die Worte: ,,öies diesen Brief, Jojakim schrieb ihn, im Aufträge seines Vaters, an mich. Er wird es Dir be­zeugen, wie hoch der Jüngling die' Tu­gend zu schätzen weiß und wie Du bei ihm angeschrieben stehst."

Sie nahm den Brief mit bebender Hand und las die Worte, die ihr bis ins Innerste der Seele drangen und sie mäch­tig rührten: ,,Merob hat keine Ruhe mehr,

*sie will zu ihrer Freundin, Susannen, hin­eilen, um sie, nach langer Trennung, schwesterlich zu begrüßen. Was ist es doch in uns, das uns so unwiderstehlich zu frommen Seelen hinzieht, als das ge­heime Wohlgefallen an ihrer Tugend. Gewiß, warum soll ich das nicht offen be- ^ kennen, im ganzen, großen Babylon finde ich keine Jungfrau, die ich meiner innigsten Achtling, meiner zärtlichsten Zu­neigung würdiger erkläre, als diese Su­sann«. £)! wäre sie doch meine Schwe-