( 16/ )
unglaublich, in einer sittenlosen Stadt, wie Babylon, war dieses Mahrchen und man ergötzte sich weidlich, daß auch der weise, fromme Daniel so menschlich fehlte. Das Gerücht drang bis zum Hofe, eS kam sogar zu den Ohren des Königs, der mit seinem Günstlinge darüber scherzte und sagte: „Gewiß, wie eine Göttin schön muß diese Jüdin seyn und bezaubernd, sonst hatte sie das Herz meines Belsazar — so nannte der König den Daniel —- nicht gefesselt. Eines Befehls bedarf es nur, wir trennen ihre Ehe und sie wird Deine Gattin. Soll ich diesen Befehl geben?"
„Meine Rechtfertigung vor Menschen ist schwer," sagte Daniel, „bei Manchen, die nicht an die Tugend glauben, wie sie Joseph übte, wohl gar vergeblich; aber der Allwissende, in dem ich meinen Richter ehre, weiß es, daß ich unschuldig bin. Leuchten wird meine Unschuld, zu Schanden werden die Verleumder werden. Ich glaube sie zu kennen, mtt Namen will ich

