^er schönste Maimorgen hatte so eben der Erde den Bräutigamskuß gegeben, die ihm in ihrem strahlendsten Glanze, auf das herrlichste geschmückt, wie eine Braut es sein muß, festlich entgegentrat. Die ganze Natur athmete Frische und Freude; die Blumen flüsterten sich, die kleinen mit Perlen geschmückten Köpfe wiegend, geheimnißvoll die Erlebnisse der Nacht zu, während die Bäume in dem Hellen, lieblichen Grün, welches nur der Mai Hervorbringen kann, gekleidet, ernst und schweigend die Königin des Tages be­grüßten. Nun aber erhoben sich tausend schmetternde Stimmen, die den schweigenden Wald belebten und Dank--, lieber zum Höchsten emporsandten.

Das Städtchen aber, das so reizend am Abhange des Hügels gelegen war, wollte trotz des Rufens der muntern Sänger noch nicht erwachen; die Straßen waren leer und öde. Alles lag noch in tiefer Ruhe. Da öffnete sich plötzlich leise und vorsichtig die Thür eines netten weißen Häuschens