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sinnend in die Zukunft, bis sie ermüdet das Lager suchte, wo dann die Angelegenheiten des Tages sie im Traume lieblich umgaukelten.
Am Montag hatte Frau von Reichenbach sehr viel zu thun, da sie am nächsten Tage ihre erste große Gesellschaft geben wollte und dazu die ganze baute volee der Residenz und auch Herrn Nordeck eingeladen hatte.
„Ich werde noch ein wenig spazieren gehen, liebe Tante, wenn Du es erlaubst; der Abend ist so schön und der Mai so schnell vorüber," sagte Rosa, als sie die Geschäfte des Tages beendet hatte.
„Thue das," erwiderte ihre Tante, „aber bleibe nicht zu lange fort, ich würde mich sonst ängstigen. Ich würde Dich gern begleiten, aber es ist mir heute unmöglich."
Rosa umschlang ihre Tante und eilte dann hinunter. Sie fühlte sich so frei und glücklich und ihr schwebender Schritt berührte kaum den Boden. Vor das Thor wollte sie gehen, wollte zum ersten Male wieder der dumpfen Stadt entfliehen. Sie trat hinaus in die schöne Gotteswelt; tief und blau wölbte sich der Himmel über ihr; geschmückt mit einzelnen, goldumsäumten Wölkchen, die gleich Schwänen auf dem unendlichen Ocean dahinsegelten; die Sonne warf

