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bald ihren Lieblingsplatz. Ermattet von dem weiten Gange, ließ sie sich auf die Bank nieder und lehnte den Kopf an den Baum. Sie überblickte die herrliche Gegend, die im goldenen Glanze der untergehenden Sonne vor ihr lag; ihre Augen waren so müde, daß sie sich zuweilen schloffen und doch sah sie dann so herrliche Dinge! Es war ihr, als ob aus allen Blumen kleine Engel stiegen, die sie unter sanftem Gesänge umschwebten. Ein reizendes Mädchen, in rosigem Kleide mit leichten Schwingen näherte sich ihr und bat sie ihr zu folgen. Rosa erfaßte die ihr dargebotene Hand und sie schwebten über Berge und Thäler, über Meere und weite, lachende Ebenen, die sich ihnen im Scheine des Abendrothes eröffneten, immer begleitet von der luftigen Elfenschaar. Plötzlich standen sie in einem duftenden Garten, der mit unzähligen goldenen und silberweißen Rosen erfüllt war. Hier verweilten sie und das Elfenkind sprach zu der schönen Erdentochter: „Hier sind wir im Lande der Blumen und zwar in dem der Rosen, welches das schönste von allen ist; willst Du nicht eine Rose werden? Du kannst Dich dann im goldenen Scheine der Sonne baden. Du kannst Deine duftende Krone auf dem schlanken Stiele schaukeln und Dir die herrlichsten Märchen von den Vögeln erzählen lasten. Auch die Menschen lieben die Rose und nennen sie die Königin der Blumen; sprich, willst Du nicht unsere Königin werden? "
Da erwachte Rosa und erblickte erstaunt die ganze Landschaft in dem silbernen Scheine des Mondes. Vor ihr

