die Versicherung seiner Liebe, seiner Treue? was sollte uns denn trennen? Und in zwei Jahren doch mein Herz ist zu voll, ich kann nicht mehr schreiben; lebe wohl, meine Elise, und bete für mich!

Und Rosa hatte_ganz Recht: ihre Tante hatte sie ruhig angehört, aber gleichgültig war ihr die Sache keineswegs und wenn sie auch äußerlich kalt erschien, so war doch ihr Inneres dabei um so bewegter gewesen. Rosa, ihr Lieb­ling, die sie sich als Herzogin, oder mindestens als Gräfin gedacht, sollte einen einfachen Landprediger heirathen; nein, das konnte, das durfte nicht geschehen. Und was für eine Aussicht für ihr späteres Lebensalter hätte sie selbst dann gehabt? entweder in der Stadt alleinzu leben, oder mit Rosa auf einem einsamen Dorfe, was sie so sehr haßtel Nordeck selbst war ihr zwar nicht zuwider, aber unter solchen Be­dingungen durfte er nimmermehr ihr Neffe werden. Wider­sprechen wollte sie ihrer Nichte jetzt nicht, um sie nicht zu betrüben und ihre kaum wieder erlangte Gesundheit aufs Neue zu gefährden. Sie willigte also vorläufig in die Ver­bindung. Aber zwei Jahre waren ja eine lange Zeit, in der sich Manches ändern konnte und sollte. Graf Steineck zu­mal war ja hier; ihn hätte sie gern zum Neffen gehabt, denn