13
satzung erhalten, machte sich dann über die Rechnungsbücher, die er seit geraumer Zeit schon führte, zum ersten Male aber heute für sich, trug da ein, gab an die Dienerschaft das nöthige Geld zum Einkäufe heraus und war damit zu Ende gekommen, bis Mnsküllers Frau, die noch ein paar Tage lang die weibliche Oberaufsicht versehen wollte, herauskam, um an ihre Geschäfte zu gehen.
Beide grüßten sich herzlich und die wackere Frau sagte: „Nun, Herr Thummet, jetzt wirds eben doch ernst werden müssen, daß Sie für den Gasthof auch eine tüchtige Gastwirthin besorgen?"
„Nennen Sie mich doch Leonhard, wie bisher und dutzen Sie mich; es geschieht mir weh, wenn Sie auf einmal so fremd mit mir thun;" sprach Leonhard ausweichend.
„Nun, wenns so sein soll, so will ichs so halteg," sagte die Musküllerin; aber Du weichst mir aus und s'ist doch mein Ernst, denn so kanns auf die Länge nicht gut thun. Samstag wollen wir sort- ziehen; nun, hast dich denn schon besonnen, wer Dir's Haushalten führt?"
„Dafür ist gesorgt," sprach Leonhard, „vor der Hand wird Faets Alte Ihre Stelle versehen, die ist genau, versteht die Küche und meints gnt mit mir."
„Weißt's gewiß?" sagte die Musküller zweifelnd.
„Das weiß ich ganz gewiß" sprach Leonhard ernst.

