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Aufgabe der Leiter derselben, Popularität und Gründlichkeit zu verbinden. Dieß wird aber um so eher gelingen, wenn die Bestimmung der Zöglinge unverrückt im Auge behalten, und dadurch zugleich dem gesummten Unterrichte innerer Zusammenhang gegeben wird. Es kann auf diese Weise weder dem Einzelnen, noch der Gesammtheit der Seminar-Lehrer vergönnt sein, mit seinem Unterrichte, wie es heut zu Tage in so vielen Schulen Mode geworden, bei öffentlichen Prüfungen zu glänzen; vielmehr ist hier eine glanz- und geräuschlose Bescheidenheit, aber desto mehr innerer Gehalt, ein Haupterfor- derniß, und ein Schullehrer-Seminar wird wohl dann in seinem schönsten Glanze dastehen, wenn es am wenigsten glänzt.
Das Volk betrachtet die Schule als die eigentliche Erziehungsanstalt seiner Kinder. Daß das Haus in dieser Beziehung über der Schule stehe, und diese nur die häusliche Erziehung ergänzen sollte, ist in der Theorie richtig. Bei unserem Volke aber, so weit wenigstens meine Beobachtung reicht, verhält sich die Sache gerade umgekehrt, und wird wohl noch eine geraume Zeit also bleiben. Unser Volk ist ein arbeitsames und fleißiges, der großen Mehrheit nach, nicht reiches, aber auch nicht armes. Der Eltern Verdienst nährt die ganze Haushaltung, bis ihnen eine der schönsten Freuden zu Theil wird, die Kinder emporgewachsen und einen Theil ihrer Last auf sich nehmen zu sehen. Unterdessen sehen sie sich genöthigt, alle Zeit auf die Erwerbung des täglichen Brotes zu verwenden, und haben oder nehmen keine Muße, sich mit den Kleinen abzugeben. Daher kann von einer eigentlichen häuslichen Erziehung keine Rede sein, als etwa durch die Anwendung des einfachen, allerdings nicht zu verwerfenden christlichen Grundsatzes: Kind, bet' und arbeit'! Die Mahnungen sind in den meisten Fällen kurz und derb, scheinbar der rechten Liebe ermangelnd. Man hat nicht Zeit, sich in lange Erörterungen über Recht und Unrecht, über Grund und Zweck der Strafe einzulassen, d. h. das Kind zu schulmeistern.' Dafür ist der Pfarrer und der Schulmeister da. Wir würden uns iedoch täuschen, wenn wir bei dieser etwas rohen Außenseite des Volkes durchgängig läugnen wollten, daß ihm auch eine wahre Elternliebe einwohne, und daß das Bedürfniß einer geistigen Bildung des Kindes gefühlt werde, wenn ihm auch das Vermögen,

