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fpirationen verhindert. Solche entstehen nur aus Unzufrieden­heit mit der Leitung des Instituts. Ist ein Vater unter seinen Kindern wirklich Vater, und geliebter Vater, so werden sie sich nie wider ihn auslehnen. So soll eS aber in einem Convicte sein. Ein dritter Einwurf ist, daß in einem Convicte die Häus­lichkeit mangle. Dieß gilt wieder nur von schlechten, wie ge­wissen Waisenhäusern, Pfrundanstalten u. s. w. Irrig ist die Meinung, daß die häusliche Bildung siebzehnjähriger Jünglinge an Kostörtern gefunden werde. Gute Haushaltungen, wo dieß der Fall sein könnte, weigern sich, Zöglinge aufzunehmen, und wie eS in minder guten Haushaltungen zu Stadt und Land zugehe, weiß Jeder, der schon in eine solche zu blicken Ge­legenheit hatte. Die Schwierigkeit der Kostorte rief besonders den Wunsch, das Seminar in die Stadt zu verlegen, hervor, wo die Zöglinge wenigstens in gebildeten Haushaltungen unter­gebracht werden könnten. Hier aber sind die Kostgelder fast unerschwinglich, und die Häuslichkeit für den Kostgänger am allerwenigsten zu finden. Diese besteht ja eben darin, daß der Aufgenommenc als Glied der Haushaltung betrachtet, mithin ihm Tbeilnahme an allen Verhältnissen der übrigen Glieder gestattet werde. Welcher Städter wird dieses dem einfachen, meistens noch roden Bauernsohne zugeben? Gerade die Häuslichkeit findet sich in einem gut eingerichteten Convicte. Hier ist der Director Vater, seine Gattin Mutter, alle klebri­gen Geschwister. Die Versuchungen zu unheilvollen Auswüchsen werden durch die strenge Hausordnung, der sich Alle unterziehen, bedeutend beschränkt. Die Liebe fesselt Alle an einander; daS gegenseitige Zutrauen läßt gerade da einen höheren Grad von Bildung und die Nothwendigkeit einer solchen erkennen, die vergebens bei dem Landmanne der mittleren und unteren Classe, auS welchen die meisten Seminarzöglinge hervorgehen, gesucht wird, während die bei der Isolirung der einzelnen Zöglinge fast unvermeidlich sich entwickelnde Eitelkeit von dem, die ganze Anstalt durchdringenden Geiste der Bescheidenheit in die ge­hörigen Schranken zurückgewiesen wird. Zudem ist eS eine bekannte, auch an minder guten Convicten zu machende Er­fahrung, daß der stete Umgang der Zöglinge mit einander und mit den Lehrern die geistige Kraft ungemein weckt. Wo viel Unkraut wachsen kann, da kann treuer Fleiß auch viel Weizen