rs*VS

21

Selma's und deren Mutter. Das schönste Frühlings- wetter war Plötzlich eingetreten und begünstigte weite Spazierfahrten in den neubelebten Wald. Hannchen saß dabei zum ersten Male aus einem Sprungfeder- Sitz und lachte, von Herzen vergnügt über die unauf­hörlich schaukelnde Bewegung. Den übrigen Theil des Tages brachten die beiden Mädchen im Garten oder im Glashause zu, wo es so prächtig duftete und blühte, als ob der verbannte Prinz Frühling sich dort vor seinen Feinden, den Schneeflocken und Eiszapfen,'ver­steckt hielte und alle seine Blumenkinder um sich ver­sammelt habe. Da gab es auch junge Schoten, frühe Erdbeeren, ja sogar schon einzelne Kirschen zu naschen, denn der Kunstgärtner verstand seine Sache, und stun­denlang hätte Hannchen auf der kleinen Polsterbank unter den großen Orangenbäumen liegen können, um die zahllosen gelben und grünen Früchte zu betrachten, die dort hingen und zwischen denen hier und da wieder ein weißer Blüthenstern sichtbar wurde.

Hier wollen wir unsere Schulstube aufschlagen", meinte Selma,damit wir ein wenig Abwechslung haben, wenn wir auf der großen Landkarte die Fluß­gebiete und Bergzüge lernen müssen, oder das häßliche Einmaleins und die Geschichtszahlen. Wenn ich nicht überhaupt Dich dabei hätte/ so würde ich gewiß die