und Mühen dieses Lebens? ( 191

welchen Einfluß dies alles auf unsre Sinnes­und Handlungsweise unter den Mühen und Be­schwerden des Lebens haben muß.

Wenn wir die Erfahrung zu Rathe ziehen, so fällt es leicht ins Auge, daß die Leiden die uns hier treffen, verschiedene Ursachen haben. Viele, sehr vieles, verschulden wir selbst. Woher bei so manchen ein sieches Daseyn? Warum kämpfen so viele Familien mit Armuth und Dürf­tigkeit? Woher in so manchen Fällen der häus­liche Verdruß? Warum erleben so viele Aeltern keine Freude an ihren Kindern? Aus selbstver­schuldeten Ursachen. Die heilige Geschichte zeigt uns in Saul, Absalon, Rehabeam eben so viele Beispiele von Menschen, die durch eigne Thor- heit und Bosheit sich ins Elend stürzten. Viele Nebel fügen wir Einer dem Andern zu. Wie viel Herzeleid wird Aeltern: durch den Ungehorsam ihrer Kinder, Ehegatten: durch Untreue, Herr­schaften: durch pflichtvergessenes Gesinde bereitet. Was mehr ist: Krieg, Zerstörung, Blutvergießen, Mord und Brand, sind es keine Uebel, die der Mensch dem Menschen bereitet? Ja, die Leiden­schaften, der Neid, die Rachsucht, die Bosheit und Thorheit der Menschen erscheinen als die ergiebigsten Quellen menschlichen Elends.

Allein es giebt andre Leiden, die uns ohne