Zweytes Gemälde.

Der Amtmann Wilhelm in W. an den Pfarrer Trau in W.

Theurer Freund!

93ijt du noch immer der standhafte Mann, der ruhig seinen Weg dabin wandelt, und wer der zur Rechten noch Linken weicht? Sind dir die Gemälde, die wir einst in dem feurir gen Jünglingsalter so schön zeichnen konnten, noch immer vor Augen? Ich weiß sie noch die schönen Stellen aus den classischen Werr ken alter und neuer Völker, die uns damals so sehr entzückten und den Entschluß: nie zu heirathen, hervorbrachten. Gewiß, es hat viel angenehmes ein freyes uneingeschränktes Leben, so lange man nemlich frey seyn kann. Ach das Herz, das Herz, lieber Freund, das ist der Hauptpunkt! Laß deine Vernunft die schönsten Vorschriften entwerfen, wenn nun