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Noch memahls, saget P. lackart, hat eine Re­ligion*) weder etwas Vollkommeneres, noch etwas Erhabeneres über die Sitten, über das moralische Be­tragen in dem Lebenswandel beygebracht, als das, was die Religion den Völkern Siams über folgende zwey Gegenstände vorschreibt. Ihre Religion schärfet ihnen nämlich für's Erste ein, Gutes zu thun; und zweytens, was noch von weit größerer Wichtigkeit ist, so verbuchet sie ihnen nicht nur allein alle bösen Hand­lungen; sondern auch sogar alle Begierden, alle Ge­danken, und alle Absichten oder Meinungen, die nur immer unerlaubt, sündhaft oder lasterhaft seyn könnten.

So groß ist die Strenge, wodurch sich dieses Ge­setz auszeichnet, daß jede Handlung, die es veröiethet, allezeit eine Sünde ist; und daß sie niemahls, und un­ter keinem Vorwände, weder der Nothwendigkeit, noch der guten Meinung, weder des gähen unvermutheten Zufalles, noch irgend^ anderer Umstande entschuldiget werden kann.

Die Priester dieses Volkes heißen Talapoins (Ta- laboins.) Die Priester in Pegu, von dem im §, II* die Rede war, führen den nämlichen Rahmen. Ihre Lebensart ist sowohl in Siam als in Pegu gleich, und sehr streng. Einige leben in Wäldern, andere in Städten.

Der Cölibat (ehelose Stand) ist bey ihnen ein

') Versteht sicb, eine bloß natürliche und nicht von -Gott geoffcnbarte.