II

mit denen die Creuzkirchr, die Sophienkirche, die Neustädter Kirche und das Opernhaus angefüllt wurde. Für diese Unglücklichen sorgten die Dresdner, nach ihrer Gewohnheit, frey- willig, indem sie ihnen so viel Lebensmittel reichten, als mög­lich war, da sich sonst niemand um sie sehr bekümmerte, und sie außerdem fast würden haben verhungern müssen. Bey dieser Belagerung litten die Gartenhäuser viel. Denn sie wurden stark beschossen, und Fenster, Thüren und Mobilien wurden fortgerragen, zerschlagen oder verbrannt. Die Französi­schen Blessirten vermehrten sich überaus in der Stadt. Nach der Belagerung aber sähe es schrecklich um Dresden herum aus, weil alles mit Leichen, stark Blessirten und todten Pferden, wie besäet war.

Am 29. Aug. rückte der Französische General Vendamme mit 30000 Mann und vielen Geschütz über Pirna nach Böh« men; wurde aber total geschlagen, und er selbst gefangen. Dies veranlaßte wieder eine Vermehrung der Blessirten in Dresden, und-zugleich eine Brodnoch , da man ans dem Lande um der Sradt, weil dort alles ruinirt worden war, für kein Geld etwas haben konnte.

Am Z. und 4» Sept. passirtc das ganze Corps des Königs von Neapel durch Dresden, un'd zu gleicher Zeit kamen neue Blessirte in Dresden an. Am 4. Sept. früh gieng der Kaiser Napoleon zur Armee ab, nachdem zuvor feine Garden abmarschirt waren. Die Blessirten vermehrten sich jetzt ebenfalls noch immer, und die Kosacken zeigten sich wieder in der ganzen Dresdner Gegend. Am 6. Sept. kam der Kai­ser Napoleon hier wieder an, dem am 7. Sept. in aller Frühe die Garden folgten. Außer dem Kanonenfeuer fiel an diesem Tage nichts Bedeutendes vor. Am 6. Sept. rückte der Kaiser N a p 0! e 0 n mit seinen Garden aus Dresden nach Böhmen, weil die verbündete Armee wieder bis über Maxen vorgedrnngen war. Hier wurden viel Ortschaften geplündert und in Schutthaufen verwandelt. Das meiste ergieng über das Städtchen Dohna. Am 12. Sept. Mittags kam der Kaiser Napoleon mit seinen sämmtlichen Garden wieder nach Dres­den zurück, und marfchirre nach Großenhayn, Königsbrück