Ein Schauspiel.
9 1
fin fo übernatürlicher Kinderfreund ist, daß er aus bloßer Nächstenliebe mehr als ein Kind in dem hiesigen Findelhause gemeiner Sta^t in Versorgung hat? — Er nimmt das kleine Geschöpf auf, trägt es in sein Zimmer, springt mit ihm voll Freuden herum, als wenn er einen Schatz gefunden hätte — herzt es, küßt es, läßt die lichten Thränen darauf fallen, welche noch zur Stunde an der Fatsche des Kindes sichtbar seyn müssen, und beschließt, es sogar an Kindes Statt anzunehmen -r Aber keine halbe Stunde — so hört er auf's neue einen jämmerlichen Ullulatum auf der Treppe —. Er eilt hinab > und erwischt den Gegentheil gerade ia actu — wie er eben ein zweytes deto — Kind auf seine Stiege legt
Da dieser Gegenthei" nun von' einer höchst niedrigen Extraction, nebsibey notorisch ein äußerst liederlicher Schwengel und Taugenichts ist — der in besseren Zeiten das Setnige durch die Gurgel gejagt —
Bauming. Gott! das ist nicht länger zu ertragen ^
Wakerfield. Ruhig, Freund!
Bauming. Ich, ein liederlicher Schwell- I ^el — ich das Meinige durch die Gurgel gejagt? — Hie ganze Stadt weiß ja, daß ich durch eine unglückselige Fcuersbrunst zum Bettler geworden. — Ich bin ein rechtschaffener Mann — aber ein armer Teufel —
R. Walln. Stille! — das gehört alleS nicht ad rem.

