Ein Schauspiel. ' 105
R. Walln. Hätten sie das früher gethan.
Wakerfield. Ich dachte nicht daran — ich konnte nicht — ich wollte ihn nicht anführen. —
R. Walln. Nun so behalten sie ihn auch jetzt bey sich! — Nur ein Machtspruch des Bürgermeisters kann unfern Spruch kassrren.
Wakerfield. Auch den Machtspruch des Vaters? — Wissen sie — Ich bin der Vater des unglücklichen Findlings. —
Alle. Was?
Wespenberg. Das kann jeder sagen. —> Ich fordere Beweise — rechtskräftige, standhafte Beweise.
Wakerfield. Die sollen ihnen werden! — Aber hören sie erss meine Geschichte!
R. M i r t. (znm R. Wallner) O Herr Ierum! Wenn sie aus ist, so wecken sie mich, Herr Collega!
Wakerfield. Ich heiße Ludwig Wakerfield, und bin der Sohn eines ‘uv reichsten Handelsleute in Hannover.— Mein Vater schickte mich »ach Göttingen auf die Universität — dort erhielt ick dies Licentiatendiplom. — O nie wähnt' ich, daß es Mir so theuer werden sollte, mein eigenes Blut damit zu vertheidigen. (erlegt es vor)
N. Walln. Richtig, Ludwig Wakerfield.— eines der ersten Häuser in Hannover.
R. Mirt. Ja richtig, Ludwig Wakerfield —
Wakerfi eld. Ich lernte in Göttirigen die Tockter eines verwittweten Kommerzienraths kennen. — Wir liebten uns — O so hat nie ein Paar geliebt — Zwcymal begehrt' ich sie von ihm zum Weibe — aber er l,atte den grausa-

