— nicht Verstellung, mein Gottesdienst nicht bloßes Außenwerk seyn! — Darum muß ich, und will ich mich selbst, und meine zeitlichen Angelegenheiten vergessen, auf daß ich mich vor Dir sammle, und Dich in Deinem H ei l i g t h ume, im Geiste und in der Wahrheit verehre. Erfülle mich mit Deiner Gnade, o Vater, damit diese schöne Stunde ganz Dir und Deiner ächten Verehrung geweihet sey. —
Vey dem preiswürdigen Versöhnungsopfer des göttlichen Welterlösers, welches der Diener des Altars erneuert, erkenne ich tief anbetend die Größe Deiner Liebe, o Gott, mit welcher Du Deines ein- gebornen Sohnes nicht geschont, sondern ihn dahingegeben hast zur Versöhnung für unsre Sünden. Diese Deine Liebe verehrend, fühle ich mich gedrungen auszurufen: Was ist doch der Mensch vor Dir, daß Du seiner gedacht, und das Menschenkind, daß Du Dich seiner angenommen hast! Wir haben nicht verdient, was Du an uns Gutes gethan hast! Wir konnten als Sünder nur Strafe erwarten; aber Du fandest keinen Gefallen an dem Verderben Deiner vernünftigen Geschöpfe, sondern Du wolltest, daß sie gerettet werden. Darum wurde Dein göttlicher Sohn ein Opfer für unsre Sünden; und in diesem Opfer finden wir die Gnade der Verzeihung und Heiligung durch alle Zeiten und in Ewigkeit.
O wie kann, wie soll ich Deine Huld würdig preisen; wie Deine Freundlichkeit ^genug rühmen?

