— ( 93 ) —
deskinder fortpflanzen, und oft durch lange Jahre eine heillose Quelle des Hasses und der Verfolgung werden ! Möchten wir zuvor durch brüderliche Beylegung jedes unserer Mißverständnisse heben, ehe es auf unsere Kind/r forterbt, und in Familien oft unausrottbare Wurzeln schlägt!
Jesus, der den Fehler der Samariken und Juden zu gut einsah, und zu dessen Ausrottung schon durch das Gespräch mit dem samaritischen Weibe die erste Hand angelegt hakte / nahm diese Abweisung gütig und sanft auf;' aber nicht so seine Jünger. Zwey derselben, Jakobns und der sanfte Johannes, ließen sich von ihrem unzeitigen , und zu heftigem Eifer so weit irre führen, daß sie zu Jesu sagten: „Willst du, daß wir befehlen, es soll Feuer vom Himmel fallen und sie verzehren V'' So hatte es schon einstens Elias zum Beweisr, daß er ein Mann Gottes sey, ge- than, (4. B. d. Könige i, 10 — 12.) und jeht glaubten sie, wäre noch mehr Ursache, da Jesus, Gottes Sohn so verunglimpfet würde.
Jesus blieb bey seinen sanften Gemüthe, und verwies es vielmehr seinen Jüngern, daß sie sich von ihrem Eifer bis zur Lieblosigkeit ha tea treiben lassen: „Ibr wisset nicket, sagte er ihnen, wessen Geiftes ihr.- fevö! den Menschen Sobn ifi nicht gekommen die Menschen zu verderben, sondern zu retten." Gewiß war noch dazumal viel von dem indischen Sreungeiste in den Herzen der Jünger Jesu, und noch weit waren sie von der menschenfreundlichen Duldung gegen anders gesinnte Menschen cmsernt. Gottes heiliger Geist war

