ZZ. Pilatus stellt Jesunr in feine« Wunden dem Volke vor.
Pilatus, der dke Unschuld Jesu anerkannte, und V es zu gut wußte, daß die Volkshäuvter der Juden zur Befriedigung ihres Hasses ihn ihm übergeben hatten, suchte mehrere Male seinen unschul- dig Gefangenen loszullassen. Es war der Gebrauch , daß er ihnen alljährlich an Ostern einen von den eingebrachten Gefangenen losgab, unter welchen ein b-erüchtigter Räuber war, der auch noch ein-n Mord in einem Aufruhre begangen hatte. Diesen schlug er mit Jesu dem Volke zur Entlassung vor. in der sicheren Erwartung, daß sie den sln. schuldigen wählen würden. Er saß also zu Ge, richt, un'»: „Wen wollet ihr, sprach er zu hem versammelten Volke, daß ich euch entlassen sott, den Barabdas oder Jesum, der Christus genannt wird ?'
Es ist freylich auffallend, daß Pilatus, der von Amtswegen von der Unschuld Jesu überzeugt, und vom Neide der Priesterschaft gegen ihn gut unterrichtet war, ihn zur Entlassung der Wahl des Volkes Preis geben konnte. Ein wankelmü- thiges, und durch Aufhetzung angestammtes Volk, wird kaum von seiner vorgefaßten Meinung zu- rückuelen, wenn cs von der Bosheit geleitet, und

