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Kraft für des Vaterlandes Ehre auf; so wie die höch­ste wechselseitige Erbitterung sie beseelte. Oft wurde der Sieg so theuer erkauft, daß ungewiß schien, ob Sieger oder Besiegte das größere Opfer gebracht. Venedig gericlh durch den anhaltenden Krieg in sol­che Erschöpfung, daß aufwieglerisches Volk die Pal­laste der Großen plünderte, weiche ju Behauptung der Natlorralwüide die ersten Lebensbedürfnisse mit neuen Auslagen belasten mußten.

42. Rainer Zeno starb, und sein Tod erzeugte große Veränderungen in der Form der Dogenwahl.

Die alte Weise gestaltete sich in so mannigfacher doch so klug berechneter Verwicklung, daß sie die Repu­blik bis zum Augenblick ihrer Auslösung stets berbe- hielt. Der große Rath ernannte aus seiner Mitte dreißig Edle, welche wieder zwölf andere erwählten, die abermals di»rch Geheimwahl fünf und zwanzig erste Wahlherren erkohren, deren jeder neun Stim­men für sich haben mußte. Diese Fünf und Zwanzi­ger bezeichneten neun Edle, welche, jedesmal durch sieben Stimmen fünf und vierzig zweite Wahlherrcn ernannten; eilf von solchen bestimmte Männer be­nannten die ern und vierzig letzten Wähler, die drei­ßig Jahre alt seim, und neun Stimmen haben mriß- ten. Sie schritten endlich zur Wahl des Dogen, der nur durch fünf lind zwanzig St'inmen erwählt wer­den konnte. Keine dieser Körperschaften durfte einen aus ihrer Mitte erwählen; nur die letzten cigent.ichen Wahlherren waren berechtigt, auS sich den Dogen zu nehmen.

43 Lorenz Tiepolo bestieg zuerst auf diese Weise l4fi8> den Thron. Gleich nach seiner Erhebung vermählte La Baume. Ü