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land, 1648 den Friedensschluß zu Münster, 1656 den Religionskrieg in der Schweiz u. et., endlich auch persönliche Erlebnisse.

Ein Weiteres war, daß er die Kirchen- und Speudguts-, sowie die Kapellenrechnungen von Niederuster und Nänikon, soweit er ihrer aus den letzten Jahren seines Vorfahren habhaft werden konnte, sammelte H und die obrigkeitlichen Zuschriften und Missiven ordnete und aufbewahrte, was Alles früher unterblieben war.2) Die Vergleichung aber dieser frühern und der nun folgenden Kirchenrechnungen zeigt Balber's Energie die eine völlig verwerfliche und von oben begünstigte Ver­waltung ganz umgestaltete von der schönsten Seite. 3 ) Auch in der Armenbesorgung zeigt sich seine verständige und klare Thätigkeit. Während seines Vorgängers Rechnungen voll sind von (zum Theil freilich nothgedrungenen) Unterstützungen an Durchreisende jeder Art, Gewohnheitsbettler und Vaganten, so verschwindet diese Kategorie jetzt fast ganz, und anstatt ihrer werden die Gemeindsgenossen mehr bedacht. Für alle diese Verdienste war ihm aber auch die Gemeinde erkenntlich, wie sie unter Auderm durch eine gemalte Fensterscheibe bewies, die sie ihm stiftete. 4)

Nach diesen allgemeinen Benterkuitgen lassen wir noch einige Einzelnheiten aus Balbers Amtsverwal­tung folgen.

1629 war in Uster der in der ganzen Eidgenossenschaft verbreitete Sterbent besonders empfindlich. Leider beginnt das Todtenregister erst mit dem Jahr 1633, so daß sich die Zahl der Verstorbenen nicht bestimmen und nur aus den Posten der Kirchenrechnung ein Schluß auf die Verheerungen der Seuche ziehen läßt.

Im selben Jahr wurde, da das Pfarrhaus höchst baufällig war, von der Regierung ein neues K zu bauen beschlossen und Herrn Zunftmeister Horner um 1750 Gl. verdingt. Es wurde ansgeführt

von folgenden Meistern: Hans Hürlimann lieferte das Holzmerk, Hans Helcheuberger aus dem Allgäu die Maurer-, Glaser- und Decker-, und Michel Heß im Taglohn die Tischler-Arbeit. Ter Pfarrer bemerkt darüber im Pfarrbuche:Den 1. Juli 1629 ist der erst boden gleit, und druf den 2., 3. und 4. dito das Huß völlig usgricht worden. Den 19., 20. Martii 1630 bin ich mit mynem hußvölkhlin unnd dem hußkätzlj darin gezogen."

1633. Im Mai heißt es im Todtenbuch: ,,hierauf bin ich krankh worden, lag vast in die 12 wochen."

1635 erfolgte dre völlige Lostrennung der Gemeinde Bolletsweil von Uster. Folgendes gab die Veranlassung. Volketsweil hatte 1634 für die Reparatur (Widerineerlegung) seiner Kirche ziemliche Umkosten gehabt und begehrte nun,daß nach altem Brauch" das Kircheugnt Uster die Hälfte davon

*) Es sind im Pfarrarchiv die Kirchengutsrechnungeil (leider mit Lücken) von 1614, die Spendgntsrechnuugen (gleichfalls nicht complet) von 1622 an vorhanden, sowie seit der genannten Zeit einzelneKappelsgutsrechnungen" von Niederuster und Nänikon.

J ) Und leider auch nachher wieder unterblieb bis auf Pfarrer Schmid.

0 Siehe untendas Kirchengut."

9 Sie ist jetzt im Hotel Cluny in Paris und zeigt Balbers Familienwappen mit folgender Inschrift:Eine gantze Ehrsame Gemeind und Kilchhöri Uster Hans Felix Balber, Pfarrer zu Uster und Dechan deß Underen Wetzikoner- Capitels A. 1651." Daß es damals überhaupt noch manche Glasmalereien in der Kirche hatte, wenn auch in ver^ lottertem Zustand, das beweist der Posten in der Rechnung 1623:30 Pfd. dem Glaser zu Gossow der die Fenster uud Schilt so übel zerbrochen gsyn verbesseret Befelch deß Junkherren (Landvogts)."