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Erste Abtheilirrrg.

Kindliche Liebe.

Garten, mit einer Hecke umgeben, rechts eine Hagebuttenlaube- Links ein Pavillon.

Er st e Szene.

Georg (allein, ist beschäftigt, das Gedeck zum Frühstücke unter der Laube zu ordnen).

Zehn Uhr da heißt es keine Zeit verlieren, denn wenn Herr von Wehrs­dorf sein Frühstück nicht bereit fände Wehrsdorft der Name stirbt mir auf der Zunge; als ob er nicht seinen alten Namen Morin, den Namen seiner Fa­milie hätte beibehalken können, ohne den dieses Gütchens, das er an sich kaufte, anzunehmen. Aber so sind diese Reich­gewordenen , sie schämen sich ihrer Her­kunft und doch wäre es größtentheils an den Familien, sich ihrer zu schämen. Uno bann, welcher Lurus zum Frühstück allein! Kaffee, Leberpastete, Cotelettö! Es war indeß eine Zeit, mein Guter, wo du dich öfters mitKäse u.Schwarzbrod begnügtest! Laß sehen, ist nichts ver­gessen worden? Ah! Wein! Ich wette, es ist Bordeaux! (Füllt sich ein Glas und trinkt.) Richtig! es ist

Zweite Szene.

Georg. Wehrsdorf.

W e h r s d o r f. Ist vas Frühstück servirt?

Georg. Ja, Herr und hier ist die Zeitung, welche der Briefträger so eben brachte.

Wehrsd- (sich dem Tische nähernd). Frühstücke ich heute allein? Wo ist meine Tochier?

Georg. Fräulein Louise ist etwas leidend und läßt um Entschuldigung bitten!

W e h r s d. Leidend (sich sehend) ja wie immer und Madame Fenchel?

Georg. O die, die befindet sich wie oie Kathedrale sie ist vor zwei Stun­den in die Stadt gefahren.

W e h r s d. Ohne mich davon zu be­nachrichtigen?

Georg. Es liegt nicht in ihrer Ge­wohnheit, viele Umstande zu machen.

Wehrsd. Und waö will sie in Straßburg thun?

Georg. Ei nun! die Thorheiten ihres lieben Söhnchens repariren.

W e h r s d. Wie so ! waö gab es schon wieder?

Georg. Ich weiß nichts Bestimmtes; den einen Tag sind es Schulven, die be­zahlt werden müssen, den andern gibt eS zerbrochene Fensterscheiben, den dritten kurz jeder Tag bringt eine neue Ar­tigkeit, und wenn ihn nicht bald eine gewisse Anstalt

Wehrsd. Georg!

Georg. Ein nun! waS ich sage, ist nur Ihrer selbst wegen. Wenn man denkt, daß er diese Nacht wieder erst um zwei Uhr nach Hause kam, mit einem Lärmen, einem Gepolter er muß sie aufgeweckt haben!

Wehrsd. Ich habe nichts gehört.

Georg. Ich möchte wohl das Ge- gen-heil wetten, doch Sie wollen es nicht gestehen, weil die Freundschaft für die Mutter Sie in Bezug aus den Sohn blind macht.

Wehrsd. Nun jal Frau Fenchel hat mein ganzes Vertrauen und hüche Dich, mich zu einer Wahl zwischen Dir und ihr zu zwingen, Horst Du, ich würde Dich ohne Weiteres davonjagen.

Georg. Mich davonjagen! Mich, ver aus derselben Gegend und fast aus derselben Familie ist, wie Sie? Nicht doch! Wenn Sie die Undankbarkeit hatten, mich fortzuschicken, so sage ich Ihnen im Vorhinein, daß ich nicht ge­horchen und hier bleiben würde.

Wehrsd. Schon gut, ich will nichts weiter hören.

Georg. Befehlen Sie ein Glas Bordeaux zur Erholung, und da Ma- ! dam? Fenchel nicht zugegen ist, kann ich 1 *