licher; denn cv berührt und erreget den ganzen Menschen. — Er ist dabei mild und erfreulich. — Er unterlieget nicht gleicher Vergänglichkeit mit den sinnlichen Genüssen, er kann sich immer erneuern, und begleitet den Menschen durch das Leben, so lange, bis nicht Geist und Sinn erstorben ist.
Auf der dritten Stufe konnte zu dem bereits Vorhandenen noch die Widerlegung einiger Einwürfe, die man gegen die guten Wirkungen der Künste zu stellen pflegt, hinzukommen.
Der erste ist, „daß die schönen Künste den Luxus befördern."
Beantwortung. „Nicht von allen kann dieß behauptet werden; denn die Musik und die Redekünste kann man bei den dürftigsten Völkern betreiben. Also trifft der Vorwurf nur einige: Die Bildhauer-, Barr- und Mahlerkunst."
„Allein auch diese führen eigentlich den Luxus nicht herbei, sondern sie leiten höchstens den schon vorhandenen auf würdige Gegenstände, da er außerdem leicht auf die widersinnigsten Arten der Verschwendung verfallt. Denn zum Begriffe einer schönen Statue gehöret nicht, daß sie von Silber sey, zum Begriff einer schonen Kirche nicht, daß sie voiu feinsten, aus entlegenen Landern gehöhlten Marmor aufae- führt werde. Will aber einmal ein Großer Statilen von Silber, und Kirchen von feinem Marmor: so ist es inuner besser, wenn er sein Geld auf edle, bleibende, Mir- und Nachwelt erfreuende Werke wendet, als wenn er wie Helio-

