WM
— 12 —
fetten? — Man muß den natürlichen Gaben und Neis .7..,. gütigen folgen, sie entwickeln und üben, die entspringenden Kräfte und Fähigkeiten pflegen — was thut ihr?
Zn euren Instituten, wo man euch die Jugend zu
früh zur Erziehung zuwirft, habt ihr eine Regel, die
für Alle dieselbe ist, gegen welche keine Besonderheit der • 5*1
Natur, der Kräfte oder des Charakters Schutz finvet. »'
Ihr spannt brutaler Weise alle diese verschiednen Fähig- ->
ketten an dieselbe Aufgabe; ihr laßt lange und kurze
Beine in demselben Schritte gehen. Die, welche eine ! ^
Lektion zweimal lesen und sie behalten, weil sie ein gu- ^
tes Gedächtniß haben, werden belohnt, und daneben “H 1
überhäuft ihr die, welche sie drei Stunden studirt haben
und noch nicht wissen, mit Strafen und harten Wor- «>-
ten; ihr sagt ihnen, daß sie faul und nachlässig seien;
ihr kränkt ihr Gemüth durch Beleidigungen, diesehr H;
zulässig sind, und die man nicht verdammt,
weil sie von Männern an Kindern verübt
w erden!
Wir wollen zugeben, obgleich es der Vernunft zu- s j ' ‘-i
wider ist, daß all das dumme Zeug, welches man die "\ :
Kinder und jungen Leute mit so großen Dosen von j 1'
Langerweile, von Qualen, von grausamen und abstum- | :
Pfenden Strafen in jenen Klassen lehrt, nützlich sei und ;
gelernt zu werden verdiene; besteht aber das Verfahren des Unterrichts nicht aus schrecklichen Monstrositäten? .. V
Bildet jene gehässige Einförmigkeit der Regel, der Herr- schaft und der Aufgaben, jene Verachtung der Individualitäten, der Charaktere nicht eine Abnormität, welche das Verfahren unsrer Erziehung auf das Augenfälligste '*1

