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aus und betheuerte noch immer ihre Unschuld; die Mutter aber, die etwas heftigen Temperaments war, wurde so aufgebracht über ihre Halsstarrig­keit, daß sie halb ohnmächtig ihrem Stuhle zu­wankte.

Jetzt ließ Lottchen ihr böses Gewissen keine Ruhe mehr. Unmöglich konnte sie ihre unschuldige Schwester für eine That, die sie nicht begangen hatte, bestrafen sehen. Sie sprang also auf, warf sich vor der Mutter auf die Knice und sagte laut weinend: Ach beste Mutter, nicht Luise, nein ich, ich bin diejenige, die dir deine Aprikose genommen hat. Nur mich allein mußt du strafen; meine bei­den Schwestern sind unschuldig und keine weiß, was ich gethan habe.

Der Mutter ganzer Unwille richtete sich jetzt gegen Lottchen. Unwürdiges Mädchen, sagte sie, so weit hat dich also deine Naschhaftigkeit gebracht! Du entwendest heimlich, was du weißt, daß es dir nicht gehört, suchst dich durch Lügen schuldlos zu machen und läßt einen falschen Verdacht auf eine Unschuldige, auf deine eigene Schwester, fallen, die dir schon so viel Liebe bewiesen hat. Nichts fehlte mehr, als daß du sie für dein Vergehen auch hättest bestrafen lassen; ich würde dich dann dein ganzes Leben hindurch mit Abscheu haben ansehen müssen.

Aber eben, weil sic cs nicht so weit hat kom-