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schaft gütig auf und sagte dem Autharis die Hand seiner Tochter Theodelinde zu. Die Gesandten melden dies bei ihrer Rückkehr dem Könige. Autharis wünscht daher, seine Braut selbst zu sehen. Er nimmt ein Gefolge von zwar wenigen, aber tüchtigen Langobarden, darunter einen höchst zuverlässigen und treuen Mann, gleichsam als den älteren, mit sich, und zieht mit ihnen ohne Zögern nach Bajoarien. Als nun diele Männer nach Gesandten- Sitte bei dem Könige Garibald, wie ihn Paulus nennt, in seinem Schloße zu Regensburg zur feierlichen Audienz eingeführt worden, und derjenige, welcher mit dem Autharis als gleichsam der Aeltere angekommen war, die üblichen Begrüßungsworte gesprochen hatte; so trat Autharis, weil er von Niemandem aus jenem Volke gekannt wurde, selbst näher zum Fürsten Garibald und sprach: „Mein Herr, der König Autharis sendete mich namentlich deßwegen hie- her, daß ich Eure Tochter, seine Braut, die unsre Herrin werden wird, wirklich sehen solle, damit ich meinem Herrn zuverlässiger melden könne, wie ihre Gestalt sei." Und als der König Garibald dieses hörte, und seiner Tochter herzukommen befohlen hatte, und als ferner Autharis mit stillem Blicke gesehen, wie sie von ausgezeichneter Gestalt war, und sie ihmüberAlles gefallen hatte, sprach er zum Könige: „Weil wir nun eine so vortreffliche Person in Eurer Tochter sehen, daß wir sie mit Recht zu unserer Königin wünschen; so hegen wir aber zuvörderst den Wunsch, vorausgesezt, daß es Eurer Mächtigkeit) gefällt, aus ihrer Hand, wie es später ohnehin geschehen wird, einen Becher mit Wein zu nehmen." Und als der König Garibald befohlen hatte, daß dieß geschehen sollte; empfieng Theodelinde einen Becher, mit Wein gefüllt, und näherte sich demjenigen zuerst, welcher ihr der Aeltere zu sein schien. Als sie hierauf zumAutharis, von dem sie nicht wußte, daß er ihr Bräutigam war, sich begeben hatte; so berührte dieser, nachdem er getrunken und den Becher zurück gegeben hatte, ihre Hand, ohne daß es Jemand merkte, mit dem Finger und glitt mit seinerRech- ten ihr von der Stirne über die Nase und das Gesicht. Theode-
*) Vestrac potestati... — Ich habe die verschiedenen Manuskripte von Paulus Warnefried, das Tegernseer, Benediktbeurer und Freisinger, mit der Ausgabe von Binder, Muratorius und andern Varianten verglichen. Bei Binder heißt es „vestrae regiae majestati“ (Eurer Königlichen Majestät), was jedoch schon der sehr titelarmen Zeit wegen völlig falsch und nur willkürlich eingestellt ist.

