genden unbewohnt. Die spanischen Eroberer sind nur dem Vorgänge der von ihnen überwunde­nen Völker gefolgt. Die Aztequc's, vielleicht Be­wohner des Nordens von Asien, blieben bey ihrer Wanderung nach Süden immer auf dem Rücken der Cordilleren, und zogen die kühlern Gcbirgsflächen den übermässig heissen Gegenden am Ufer des Mee­res vor.

Das Land Anahuae, das rkgentliche Reich Montezuma II. zur Zeit der Ankunft des CorteS in Mexiko, beträgt kaum den achten Theil des heuti­gen Neufpaniens. Die grossen Städte der Azte- que's, die am besten kultivirten Ländercyen, befan­den sich in der Gegend der Hauptstadt von Mexiko, in dem schönen Thale von Tenochtitlan. Schon die. ser Grund würde zugereicht haben, die Spanier zur Wahl dieser Wohnplahe zu bestimmen, es ge- flel ihnen aber auch überdieß, sich auf Bergflächen anzusiedeln, deren Klima jenem ihres Vaterlands ähnelte, und die folglich geeignet waren, die Ge- trcidearten und Fruchtbäume Europens hervorzu­bringen. Der Indigo, die Baumwolle, der Zu­cker, der Kaffee, die vier grossen Gegenstände des Handels der Antillen und der tropischen Gegenden, reizten die Eroberer des sechzehnten Jahrhunderts wenig; sie geizten nur nach edeln Metallen, und diese Begierde fesselte sie an den Rücken der Gebir­ge im Mittelpunkte Neuspaniens.

Wie groß die Bevölkerung Mexikos zur Zeit seiner Eroberung durch die Spanier gewesen fey.