abhängig, sowohl jene, die ans lebendige Beute Jagd machen, wie jene, die sich mit dem Verzehren todter Geschöpfe begnügen.
Die verschiedenen Völker haben sich gegen das wilde Gethier ihrer Heimat in sehr abweichender Weise verhalten. Theils war dies abhängig von der Art des vorhandenen Wildes, theils von dem Charakter des Volkes. Die Indianer Nord-Amerika's und die Schwarzen Australiens sind stets nur Jäger und Fischer geblieben. Die meisten übrigen Völker haben wenigstens einige Thiere gezähmt. Sie haben dieselben entweder nur als Weidevieh wegen ihrer Milch, ihres Fleisches, ihrer Wolle und Häute gezüchtet, wie die Nomaden Mittel-Asiens, oder sie haben sich an den Zugthieren Gehülftn beim Ackerbau und den Gewerben erworben, mit Hülfe der Last- thiere regelmäßigen Handel entfernter Länder und Nationen vermittelt. Je weniger sich der Mensch in einem Lande geistig und sittlich über die Thierwelt erhob, je weniger er es verstand, diese sich dienstbar zu machen, desto mühsamer blieb auch sein eigenes
Neuschöneseld bei Leipzig, 1867 .
Leben. In demselben Grade wiegt auch das freie Leben des wilden Gethieres in dem Gemälde eines Landes vor. Andererseits tritt das Wild stets dort zurück, wo die Völker sich selbst am meisten vervollkommneten. Selbst das Wild steht dort unter dem Willen des Menschen, unter seiner Aufsicht. Es wird durch Gesetze ebenso geschützt wie beschränkt, — die Raubthiere werden vermindert oder ganz ansgerottet. Eine Rundschau über das freie Thierleben aller Zonen wird dadurch zugleich 51t einem Maßstabc für den Culturzustand, auf welchen sich die verschiedenen Völker erhoben haben.
Die angedcuteten Gesichtspunkte sind bei der Erklärung jedes einzelnen Bildes als Richtschnur beibehalten worden, soweit dies der gegebene Raum und das jugendliche Alter der Leser zuließen. Mögen dieselben dazu beitragen, das Interesse der lernbegierigen Jugend an den künstlerisch ausgeführten Gemälden zu erhöhe:: und die Lust zu späterem Weiterlernen erwecken!
Hernuum Wrigner.

