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nimmt er sie auf die Jagd mit und lehrt sie, Beute zu erlegen. Klei­nere Thiere, ja selbst ein zweijähriges Nind schleppt der Löwe, sobald er sie erlegt hat, nach einem sicheren Versteck, meistens nach einem Dornen- gestrüpp, um sie ungestört verzehren zu können. Ausgewachsene Büffel sind dagegen zu schwer, er muß sie an Ort und Stelle zerlegen. Er kann nur einen Theil der großen Mahlzeit verspeisen, zu dem Ueberbleibenden finden sich zahlreiche Gäste ein. Wenn der Löwe, gewöhnlich in der dritten Stunde der Nacht, auf Raub ausgeht, brüllt er gegen den Boden, so daß es wie Donner weit hin schallt. Alle schwächere Thiere des Waldes wer­den dann von Todesangst ergriffen und suchen sich durch die Flucht zu retten. Sobald dem alten Löwen die Zähne stumpf werden und die Kräfte Nachlassen, beginnt eine schlimme Zeit für ihn. Die Neger erzählen, daß er dann Ziegen aus den Dörfern raube und auch Menschen zerreiße, denen er sonst gewöhnlich aus dem Wege geht, wenn er nicht gereizt wird.

Die kleineren Naubthiere folgen häufig dem brüllenden Löwen, um das zu verzehren, was er von seiner Beute übrig läßt. Der frechste und zudringlichste dieser Gäste ist die gefleckte Hyäne (rechte untere Ecke des Bildes). Sie ist größer und kräftiger als die in Nordafrika häufige ge­streifte Hyäne, in demselben Grade auch freßgieriger und gefürchteter als diese. An Pferde, Rinder und erwachsene Menschen wagt sie sich zwar nicht, allein sie dringt gern in Dörfer und Gehöfte ein, wenn diese nicht gut durch Dornenhecken geschützt und durch Hunde bewacht sind. Sie zer­reißt dann, wenn es ihr an Aas fehlt, Ziegen, Schafe und junge Schweine. Man erzählt auch, daß sie Nachts Kinder der Kaffern aus den Wohnungen heraushole und kranke Erwachsene überfalle. Ihr Geschrei ist ein abscheu­liches widerliches Gelächter. Manche Afrikaner halten die Hyänen für verwandelte Hexenmeister und tobten sie durch vergiftetes Fleisch und durch Selbstschüsse. Man jagt sie auch aus den Schilfdickichten durch Feuer her­aus und hetzt sie mit Hunden. Die Freßgier treibt die Hyäne mitunter sogar an, nach dem Löwen zu schnappen, ehe dieser seine Beute verlassen hat. Ein tüchtiger Krallenhieb des Gewaltigen belehrt sie aber von dessen Uebermacht und streckt sie zu Boden. Die Gefräßigkeit der Hyäne ist widerlich. Von einem Hund oder Schaf läßt sie nichts übrig als den Schädel und etwa den Schwanz. Beine, Knochen und Fell werden mit

verschlungen. Trotzdem ist das Thier dem Menschen gegenüber feige. Be­herzte Jäger suchen es nicht selten in seiner eigenen Höhle auf, werfen ihm ein Tuch über den Kopf und binden ihm die Beine und die Schnauze zu­sammen. Jung eingefangene Hyänen lassen sich zähmen und abrichten wie Hunde.

Dem jagenden Löwen folgt gern auch der Schakal, in Südafrika die etwas größere Abart, welche man wegen des dunkeln Flecken auf den: Rücken Schabraken-Schakal nennt. Dieses hundeartige Raubthier hält die Mitte zwischen Wolf und Fuchs. Während des Tages versteckt sich der Schakal im Geklüft oder Dornendickicht. Mit Einbruch der Nacht kommt er zum Vorschein und lockt seine Kameraden durch mannigfach wechselndes Geheul. Er vereinigt sich mit ihnen zu Rudeln und zieht gesellschaftlich auf die Jagd aus. Mit seines Gleichen ist er verträglich, gegen den Menschen zwar scheu, vom Hunger getrieben wird er aber auch zudringlich nnb frech. Er dringt dann in Dörfer und selbst bis in die Wohnungen ein und stiehlt wie der Fuchs Geflügel und kleine Süugethiere.

In Rudeln von 30 bis 40 Stück streift durch die südafrikanische Wildnis; auch der buntgefleckte Steppen Hund (auf dem Bilde rechts im Hintergründe), der in Körperbau und Sitten ein Mittelding zwischen Hund und Hyäne ist. Er jagt gelegentlich ebensowol bei Tage, wie im Mond­schein, folgt der Spur der Antilopen und ähnlicher Steppenthiere und lauert denselben auch am Wasser auf. Das einmal aufgescheuchte Wild jagt er stundenlang bis er es erreicht und niederreißt. Den Hirten wird er sehr gefährlich, da er besonders die Schafe überfüllt und mehr Thiere zerfleischt und tobtet, als er fressen kann. Unter sich sind die Steppen­hunde höchst lebhaft und neckisch, fortwährend mit Spielen beschäftigt und dabei sehr beißlustig. Sobald der Löwe sich gesättigt von seiner Beute zurückzieht, fallen die genannten Aasthiere gierig über den Rest her. Sie liefern sich unter einander Kümpfe um das ekle Mahl. Ist ihr Hunger gestillt oder scheucht sie der helle Tag in ihre Schlupfwinkel, so nahen die Geier, um das Geschäft des Aufräumens sortzusetzen. Zwei Vögel dieser Sorte sehen wir links im Hintergründe des Bildes. Aasgeier, Marabu- Störche und Stelzenadler (Seeretair) gehören zu den nützlichsten Vögeln Afrikas und werden deßhalb an vielen Orten durch besondere Gesetze gegen muthwillige Verfolgungen geschützt.