Die Kaiserin Elisabeth-Westbahn. 3
Die Kaiserin Elisabeth-Westbata.
Nach zwei wesentlichen Richtungen macht sich die Bedeutung der jungen Bahn, mit deren erstem Drittheil sich die nachfolgenden Blätter beschäftigen, geltend : einmal hilft sie einem schreienden Bedürfnisse des internationalen Verkehres gründlich ab, zweitens aber übt sie durch die wunderbaren Reize ihrer näheren und ferneren Umgebungen auf die Vergnügungsreisenden eine ungemeine Anziehungskraft aus. Was den ersten Funkt anbetrifft, so belehrt uns ein Blick auf die Karte, dass, während die Hauptstadt und also der Centralpunkt der österreichischen Monarchie seit Jahren nach allen Himmelsrichtungen: gegen Norden mit Norddeutschland, Polen und Russland, gegen Osten mit Ungarn und dem Oriente, gegen Süden mit Italien durch mannigfache Eisenbahnlinien verknüpft war, ihre Beziehungen mit dem westlichen Deutschland, mit Frankreich und England theils durch längst nicht
mehr zeitgemässe und unzulängliche Verkehrsmittel, theils auf höchst empfindlichen Umwegen realisirt werden mussten. Der Westbahn ward die Mission, diesen immer fühlbarer auftretenden Uebelstand zu beseitigen und das continentale Schienennetz durch eine, Osten und Westen in möglichst gerader Linie verbindende Eisenbahn zu vervollständigen. Sie hat diese Aufgabe, soweit es nur irgend die natürlichen Verhältnisse gestattet haben, gelöst: über die vollendete Westbahn wird der Weg zwischen Paris und Wien in 36 Stunden zurückgelegt und gestaltet, sich demnach gegen die bisherige Eisenbahnverbindung über Frankfurt a. M. und Prag um 62 und gegen jene über Berlin um 95 Meilen kürzer; ebenso ist die Verbindung zwischen Wien und London in directer Linie mit Benützung der Rheinfahrt, um 40 Meilen kürzer, und selbst über Paris nur um 2 Meilen länger als die bisherige über Prag. Darauf darf wol aber nicht erst

