Die Familie Courtenay.

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als sie zum ersten Male nach Farleigh Cottage kam, in eine neue Welt versetzt, in eine Welt, die ihr nicht nur ihrer äußern Erscheinung nach neu war, sondern auch in Hinsicht aus die Gesinnungen und Grundsätze der Menschen, die sie bewohnten, und als das erste Heimweh überwunden war, sand sie alle Tage mehr zu bewundern. Ihre Tante führte eine sorgfältige Aufsicht über sie und leitete ihre Studien, aber sie war zu krank, um diese eigentlich zu be­aufsichtigen. Sie konnte Gertrud nur die Bücher empfeh­len, von welchen sie wünschte, daß ihre Nichte sie lese, und diese aufmerksam machen auf das, was daran zu bewun­dern war. Im Uebrigen blieb es Gertrud überlassen, für sich selbst über den Unterschied zwischen dem Geschmacke ihres Baters und ihrer Tante uachzudenken und zu ver­suchen, ob sie herausfinden könne, welcher von beiden auf die edelsten Grundsätze gebaut war. Die Entscheidung würde, wenn sie ihrer eigenen Neigung anheim gegeben gewesen oäre, zu ihres Vaters Gunsten ausgefallen fein; allein der Macht' eines frühzeitigen Eindrucks wirkte entgegen, was sie jetzt täglich vor Augen hatte, das Bild der Geduld und Demuth, völliger Freiheit von aller Selbstsucht und einer sorgfältigen Aufmerksamkeit, welche selbst die entfern­testen Gegenstände des Mitleids nie vergaß. Gertrud ging die Güte ihrer Tante tief zu Herzen, sie kam ihr wie etwas ganz Außerordentliches, ja beinahe Ueberirdisches vor, und Gertrud konnte nicht umhin zu glauben, die Dinge, welche ihre Tante interessirten, müßten nothwendig an sich schon über alle andern weit erhaben sein. So empfing sie den ersten günstigen Eindruck von der Religion, und der Same, welcher bei ihrer Taufe in sie gepflanzt worden, später aber unter den Zerstreuungen und der Gehaltlosigkeit einer nach­lässigen Erziehung begraben lag, wuchs in der Stille all- mählig zu einer Stärke und Schönheit heran, die Jeder­mann außer ihr selbst in die Augen fiel.

Obgleich aber Gertrud's Leben in Farleigh so ruhig und friedevoll dahinfloß, hing ihr Herz doch noch an den Erinnerungen ihrer Heimath und ihren kindlichen Vergnü­gungen mit einer Treue, welche weder die Zeit noch die

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