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Lösung ist gesättigt. Auch hiebei zeigen manche Flüssigkeiten ein verschiedenes Verhalten. Bei manchen Avird rücksichtlich des einen Körpers die Sättigungsgränze früher erreicht, sobald man sie erwärmt, rücksichtlich eines andern hat die Abkühlung den gleichen Erfolg; manchmal kann weder die Erwärmung noch die Abkühlung hiebei irgend etwas ändern. In einer bestimmten Menge warmen Wassers löst sich z. B. viel mehr Salpeter als in der gleichen Menge kalten Wassers. Das umgekehrte gilt vom Kalksteine. Vom Kochsalze dagegen löst sich stets dieselbe Menge, ob das Wasser warm oder kalt ist.
Erwähnenswert ist, daß die Lösung durch zerkleinern des festen Körpers sowie_ durch fleißiges umrühren wesentlich befördert wird.
Bringt man zwei tropfbare Flüssigkeiten in e in Gefäß, so geschieht es häufig, daß sich die Molecule der einen so zwischen denen der andern vertheilen, daß sich eine durchaus gleichartige Flüssigkeit bildet. Diesen Vorgang nennt man Mischung und die entstandene gleichartige Flüssigkeit Avird ebenfalls „Mischung“ genannt. So spricht man von einer Mischung aus Wasser und Wein, aus Wasser und Essig u. s. w. Nicht je zwei Flüssigkeiten mischen sich. Wasser und Quecksilber, oder Wasser und Oel z. B. mischen sich durchaus nicht.
Wenn zavci Flüssigkeiten sich mischen, so geschieht dieß bei jeder beliebigen Menge derselben.
Befindet sich ein fester oder tropfbarer Körper in Berührung mit einem gasförmigen, so dringt dieser in größerer oder geringerer Menge in die Boren des festen oder tropfbaren Körpers ein und haftet daselbst mit großer Hartnäckigkeit. Dieser Vorgang, welcher Absorption genannt wird, Avird durch Abkühlung und Druck wesentlich befördert.
Die Absorption tritt nicht zwischen je zAvei Körpern , auch nicht immer in gleichem Grade auf, und zwischen denselben zwei Körpern schreitet die Absorption auch nur bis zu einer gewissen Gränze fort.
Das schäumen der natürlichen Säuerlinge, des Flaschenbieres, des Champagnerweines findet in dem gesagten seine Erklärung.
§. 13. Bei keinem Vorgänge zeigt sich das wirken der Molecular- kräfte so wunderbar als bei der sogenannten Krystallisation. Lässt man einen flüssig gemachten Körper — sei es, daß der feste Körper durch schmelzen oder auflösen flüssig geAVorden — ganz ruhig stehen, so ordnen sich die kleinsten Theilclien desselben meist zu Gebilden, welche von durchaus ebenen, gesetzmäßig gegen einander geneigten Flächen begränzt sind. Diese Gebilde sind oft außerordentlich klein, oft faustgroß, ja manchmal fußlang und sind unter dem Namen Kry st alle bekannt. Lässt man gesättigte Auflösungen langsam verdunsten, so wird die Krystallbildung nicht selten dadurch beschleunigt, daß man irgend einen festen Körper oder einen schon ausgebildeten größeren Krystall

