5

zur allerheiligsten Dreyfaltigkeit. Dies ehrwürdige Gotteshaus zu Lainz ,st in Oesterreich die älteste bekannte Gnadenkirche, in welcher die Gläubigen in den Schreckenstagen der Pest Schutz und Hilfe suchten, da die Dreyfaltigkeitskirche am SonntagSberge um 19Jahre spätererbaut wurde. Vorzüglich geschah dieses seit dem Jahre 1679, wo die Pest im Frühjahre ausbrach, und bis zum Ende des Monaths November wüthete. Aus der Leopoldstadt, wo sie zuerst zum Vorschein kam, schlich sie in die anderen volkreichen Vor­städte, drang in die Stadt ein, und erreichte den bösartigsten Grad. Die leiseste Berührung steckte an, und wer angesteckt wurde, war mei­stens in 24 Stunden eine Leiche. Ein Wiener Bürger warf einem Bettler ein Almosen zu, und schleuderte damit einen Brief aus der Tasche; der angesteckte Bettler reichte ihm den Brief, und am folgenden Tage waren Beyde verschieden. Wegen der Gefahr der Ansteckung wichen Be­kannte und Freunde einander vom weiten aus, und wer konnte, verliest die unglückliche Stadt. Die Sterblichkeit war so groß, daß ganze Gas­sen ausstarben, viele Häuser auf den dritten und vierten Erben kamen, und kaum 30 Häuser von der Seuche frey blieben. Als die Seuche am hef­tigsten wüthete, wurden die Todten nicht mehr einzeln begraben, sondern aus den Häusern und auf den Straßen gesammelt, und auf großen Leiterwagen in ungeheuer große Gruben abge­führt. Deßhalb war es unmöglich, alle an der Pest Verstorbenen zu zählen. Gewöhnlich wird